Herzlich Willkommen in der Kultur-Gemeinde Gresten!


Der Verein Kulturschmiede, die Sommerkultur sowie die vielen weiteren Veranstaltungen in der Kulturschmiede bieten den Besuchern ein buntes Spektrum an kulturellen Aktivitäten.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch in Gresten!

Der neue Folder Kulturglut ist eingelangt - am Gemeindeamt oder hier online erhältlich!

Dichtkunst


Die Dichtkunst hat ebenfalls ihre Vertreter nach Gresten entsendet. So haben wir in der einstigen letzten Schlossherrin aus der Familie von Knorr, der Stiftsdame Josephine Freiin von Knorr, erste Ehrenbürgerin von Gresten, eine Vertreterin der Lyrik. Diese zog mit Vorliebe ihre Freunde als Gäste nach Gresten-Stiebar, und zwar weilte besonders gerne Marie von Ebner-Eschenbach hier und schuf so manch ihrer „Dorf-und Schlossgeschichten“ und ihre zarten Gedichtlein in diesem Rahmen. Der feinsinnige Wiener Novellist Ferdinand von Saar verherrlichte Stiebar in seinen Gedichten.

Malerei

In Bezug auf die Malerei ist folgendes zu sagen: Es haben in Gresten besonders unter der Ära der Schlossherrschaft der von Knorr manche bedeutende Künstler hier als Besucher gelebt und geschaffen. Am herausragendsten darunter ist die Familie Alt. Der Vater, Jakob Alt, geboren am 27.11.1789 in Frankfurt am Main, kam als 22jähriger nach Wien, wo er die Grestnerin Anna Schaller kennenlernte und heiratete. Dadurch entstand die Verbindung der Familie Alt mit Gresten, denn schon im Jahre 1811 machte Jakob Alt mit seiner jungen Ehefrau Besuch bei den Schwiegereltern Schaller in Gresten-Ybbsbach. Damals hat er die reizende Landschaft von Ybbsbach mit dem Hause seines Schwiegervaters in einem Aquarell festgehalten, welches im Privatbesitz des Grafen Seefried auf Stiebar ist. Im Revolutionsjahr 1848 flüchtete die ganze Familie Alt nach Gresten. Da war es besonders der jüngere Sohn Franz Alt (geboren 16.8.1821, gestorben 13.2.1914), der im Schloss gut aufgenommen wurde und daselbst durch viele Jahre seine ständige Sommerwohnung hatte. Seinem Schaffen entstammen über hundert Aquarelle, die allein die Schönheit unserer Grestner Heimat und das gesellige Treiben auf Stiebar festhalten. Viele davon sind im Privatbesitz der Schlossherrschaft, so auch das erwähnenswerte Bilde, auf welchem Franz Alt das Innere der Pfarrkirche im damaligen Zustand mit dem Hochaltarbild des Kremser Schmidt aquarellisierte. Franz Alt wurde 1906 zum Ehrenbürger von Gresten ernannt. Die Urkunde darüber ist im Heimatmuseum zu sehen. Franz Alts berühmterer Bruder Rudolf (1812-1905) hatte weit weniger Beziehung zu Gresten und seiner Landschaft.
Gleichzeitig mit Franz Alt wurden seitens der kunstsinnigen Schlossfrau Emilie von Knorr, spätere Gräfin Colloredo-Mansfeld, noch eine Menge mehr oder weniger bekannter Maler als Gäste beherbergt. So Josef Kriehuber, der die drei Töchter der Schlossfrau malte; weiters Thomas Ender, welcher Schloss Stiebar malte und Johann Ender, der das Ehepaar Knorr-Colloredo 1852 malte. Albert Decker zeichnete den damaligen Pfarrer Schmidinger, Michael Spörlin fertigte zwei Aquarelle, die sich ebenfalls im Besitz des Grafen Seefried befinden. Weiters waren da noch Ludwig Seitle, Adam Brenner, Franz Heinrich und Josef Heicke unter den malenden und zeichnenden Schlossgästen.
Eine der markantesten Erscheinungen der österreichischen Malkunst ist unbestritten der Kremser Schmidt. Von ihm stammt das heute noch gezeigte große Gemälde der Kreuzigung Christi auf dem rechten Seitenaltar der Pfarrkirche aus dem Jahre 1798. Das linksseitige Altarbild stammt aus der Nazarenerschule in Rom. In der Schlosskapelle Stiebar und in der Halle vor derselben befinden sich je ein großes Gemälde, welche ebenfalls lange Zeit für Werke des Kremser Schmidt angesehen wurden, jedoch von einem unbekannten Barockmaler aus der ersten Hälfte des 18.Jahrhunderts gefertigt worden sein dürften. Im Heimatmuseum besitzen wir ein Bild des Hl. Florian von Fürst, einem Schüler des Kremser Schmidt, und ein Bild des aus Petersburg stammenden Malers Wigand. Um auf die neuzeitliche Malkunst zu kommen, so muss erwähnt werden, dass das große Wandbild in der Vorhalle unseres Kinos aus dem Atelier Harnisch stammt.